RBB: Der bizarre Fall Patricia Schlesinger
Vetternwirtschaft, Vorteilsnahme, Verschwendung. Die Vorwürfe gegen die fristlos entlassene RBB-Chefin empören. Wächst sich das zur allgemeinen Krise der Öffentlich-Rechtlichen aus? "Bloß nicht langweilen", ist der aktuelle Claim des Rundfunks Berlin-Brandenburg. Und langweilig ist es beim RBB seit zwei Monaten nicht mehr. Ende Juni hat das Online-Magazin Business Insider erstmals über Ungereimtheiten in der Chefetage des RBB berichtet. Die inzwischen geschasste Intendantin und die Führungsetage sollen sich Boni weit über ihre Jahresgehälter hinaus zugeschanzt haben. Zudem gibt es Berichte über gediegene Abendessen privater Natur, die aber über den Sender als Geschäftsessen abgerechnet worden sein sollen. Außerdem geht es unter anderem um Schlesingers mondänen Dienstwagen, die Luxusrenovierung der Chefetage sowie Beraterverträge auch für Schlesingers Ehemann. Offenbar haben die Kontrollinstanzen des RBB versagt. Aber: Es gilt die Unschuldsvermutung, Schlesinger und andere bestreiten die Vorwürfe. "Der RBB ist ein Laden, bei dem die Tür offen stand und man nicht genau weiß, was in der Zeit passiert ist, als die Tür offen stand", sagt SZ-Medienredakteurin Claudia Tieschky. Ihre fristlosen Kündigung sei mit dem Verlust des Vertrauens begründet worden. Und wichtig sei gewesen, "der Öffentlichkeit zu signalisieren, dass es keine Abfindung für sie geben wird". Dabei sei juristisch völlig unklar, was von den Vorwürfen Bestand haben wird. Derzeit prüfen das die Generalstaatsanwaltschaft Berlin, Anwälten und nicht zuletzt die Journalisten des RBB selbst. Der einhellige Vertrauensentzug ARD-Intendantinnen und -Intendanten sei "ein einmaliger Vorgang". Aber sie habe "auch den Verdacht, dass man damit sagen wollte, das was im RBB passiert, das hat mit uns gar nichts zu tun", sagt Tieschky. Grundsätzlich sei es ein Problem, dass "die ARD so hermetisch wirkt", "extrem undurchsichtig ist" und man kaum verstehe, wie die öffentlich-rechtlichen Sender kontrolliert würden. "Ich glaube, die Leute brauchen einfach Klarheit. Die Beitragszahler, die jeden Monat das Geld überweisen wollen wissen, dass damit nicht Verschwendung stattfindet." Weitere Nachrichten: Ukraine-Krieg, Urteile im Fall Lübcke bestätigt. Moderation, Redaktion: Lars Langenau Redaktion: Tami Holderried Produktion: Benjamin Markthaler Zusätzliches Audiomaterial über RBB, NDR, ARD
Inhalt teilen:
- Alle Folgen
- Andere Podcasts
Buhrufe für Merz: Wie berechtigt ist die Kritik am Kanzler?
Wieso Friedrich Merz’ Beliebtheit über den Sommer nochmals gesunken ist – und wie es besser laufen könnte
24.08.2026 14:50 / 13min
Wieso Friedrich Merz’ Beliebtheit über den Sommer nochmals gesunken ist – und wie es besser laufen könnte
24.08.2026 14:50 / 13min
Wie der Ukraine-Krieg Tschernobyl gefährdet
Am Unglücksreaktor gibt es Lecks. Eine Folge des russischen Angriffskriegs – und eine Gefahr für Europa.
23.08.2026 15:03 / 13min
Am Unglücksreaktor gibt es Lecks. Eine Folge des russischen Angriffskriegs – und eine Gefahr für Europa.
23.08.2026 15:03 / 13min
Brand im Hohen Venn: Wie können Moore gerettet werden?
Das Hohe Venn wird noch monatelang brennen. Was das für Folgen für die Umwelt hat, erklärt Moor-Experte Holger Sticht vom Bund Naturschutz.
22.08.2026 05:00 / 18min
Das Hohe Venn wird noch monatelang brennen. Was das für Folgen für die Umwelt hat, erklärt Moor-Experte Holger Sticht vom Bund Naturschutz.
22.08.2026 05:00 / 18min
Eine AfD-Regierung schrumpft die deutsche Wirtschaft
Die AfD verspricht einfache Lösungen für wirtschaftlichen Aufstieg – aber die schaffen mehr Probleme
21.08.2026 14:31 / 14min
Die AfD verspricht einfache Lösungen für wirtschaftlichen Aufstieg – aber die schaffen mehr Probleme
21.08.2026 14:31 / 14min
Wie Meta uns süchtig macht
Likes, Fotofilter, unendliches Scrollen: Wie die psychologischen Tricks hinter Instagram und Co. funktionieren.
20.08.2026 14:51 / 12min
Likes, Fotofilter, unendliches Scrollen: Wie die psychologischen Tricks hinter Instagram und Co. funktionieren.
20.08.2026 14:51 / 12min
Was Sanktionen gegen Israels rechtsextremen Minister Ben-Gvir bringen würden
Der israelische Polizeiminister fordert, jede Nacht 30 bis 40 Palästinenser im Gazastreifen zu töten. Die Bundesregierung reagiert mit deutlichen Worten.
19.08.2026 14:45 / 13min
Der israelische Polizeiminister fordert, jede Nacht 30 bis 40 Palästinenser im Gazastreifen zu töten. Die Bundesregierung reagiert mit deutlichen Worten.
19.08.2026 14:45 / 13min