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5:1 Regel verspricht eine glückliche Partnerschaft

In der Welt der Beziehungen gibt es unzählige Ratschläge, die uns dabei helfen sollen, glückliche Partnerschaften zu führen. Was steckt hinter der 5:1 Regel?

Paar auf Couch lacht Liebe Foto: Miljan Živković/Adobe Stock

Die 5:1-Regel verspricht nicht nur praktische Anwendbarkeit, sondern auch nachhaltiges Beziehungsglück. In diesem Artikel werfen wir einen genaueren Blick auf diese Regel und erfahren, was genau dahintersteckt.

Wie unterscheiden sich glückliche und unglückliche Paare?

In jeder Ehe sind Konflikte unvermeidlich, sei es aufgrund von Problemen wie zu wenig Intimität, unerledigter Wäsche oder finanziellen Streitigkeiten. Um den Unterschied zwischen glücklichen und unglücklichen Paaren zu verstehen, führten Dr. John Gottman und Robert Levenson in den 1970er Jahren Längsschnittstudien von Paaren durch, so das Gottmann Institute. Sie baten die Paare, in 15 Minuten einen Konflikt in ihrer Beziehung zu lösen, beobachteten sie dann und analysierten die Ergebnisse. Nach sorgfältiger Auswertung der Aufnahmen und einer Nachuntersuchung neun Jahre später waren sie in der Lage, mit über 90% Genauigkeit vorherzusagen, welche Paare zusammenbleiben und welche sich scheiden lassen würden.

Was ist die 5:1 Regel?

Ihre Entdeckung war einfach: Der Unterschied zwischen glücklichen und unglücklichen Paaren liegt im Gleichgewicht zwischen positiven und negativen Interaktionen während eines Konflikts. Es gibt ein ganz spezifisches Verhältnis, das die Liebe aufrecht erhält - das sogenannte "magische Verhältnis" von 5 zu 1. 

Das bedeutet, dass für jede negative Interaktion während eines Konflikts eine stabile und glückliche Ehe fünf (oder mehr) positive Interaktionen aufweist. 

Negative Interaktionen können sich in Form von Kritik, Verachtung, Verteidigung oder Gefühlen von Einsamkeit und Isolation äußern. Positivität in der Beziehung zeigt sich durch Interesse, Zuneigung, die Bedeutung, die man dem Partner beimisst, gezielte Wertschätzung, das Finden von Gemeinsamkeiten, Empathie, das Akzeptieren der Perspektive des Partners und humorvolle Interaktionen.

Welche Phasen durchlebt eine Beziehung?

Beziehungen ähneln oft den Jahreszeiten - stetig wechselnd und dennoch einem vertrauten Muster folgend. In jeder Beziehung gibt es drei Hauptphasen, die für die meisten Paare charakteristisch sind, beschreibt die Paartherapeutin Sandra Harewood. Doch diese Phasen können sich oft unvorhersehbar anfühlen.

Phase 1: Romantik

Der Beginn einer Beziehung wird oft als romantische oder Honeymoon-Phase bezeichnet. In dieser Zeit fühlen sich die Partner auf einer tiefen Ebene miteinander verbunden und auf einer Wellenlänge. Die Grenzen zwischen ihnen sind verschwommen, und sie genießen das Gefühl, geliebt und verliebt zu sein. Die Erwartungen sind hoch, und es gibt Hoffnung und Freude.

Allerdings ist die Romantik nicht frei von Herausforderungen. Paare zeigen in dieser Phase oft das Beste von sich, was zu späteren Enttäuschungen führen kann. Es handelt sich nicht darum, dass keine Probleme auftreten, sondern dass die Partner oft Konflikten aus dem Weg gehen.

Phase 2: Konflikt

Die Übergänge von der romantischen zur konfliktreichen Phase können schmerzhaft sein. Viele Paare sehnen sich zurück in die Anfangszeit der Beziehung und verbringen die Zeit damit, sich nach dieser Phase zu sehnen. Doch es gibt kein Zurück. Das Konfliktelement wird oft gefürchtet, da es Verletzlichkeit erfordert.

Die Auseinandersetzung mit den Unterschieden zwischen den Partnern und das Abwerfen der Masken können beängstigend sein. Ängste vor Veränderungen können aufkommen, und Partner könnten sich bedroht fühlen. In einem Versuch, zur Anfangszeit zurückzukehren, könnten sie Verhaltensweisen annehmen, die die Beziehung gefährden, wie beispielsweise Klammern. Die Konfliktphase kann viele Jahre andauern und eine Herausforderung für die Beziehung darstellen.

Phase 3: Bindung

In der dritten Phase bewegen sich Paare in eine tiefere, verpflichtende Beziehung. Sie beginnen, ihr eigenes Leben außerhalb der Partnerschaft zu entwickeln und Prioritäten außerhalb der Beziehung zu setzen. Dies können Karrieren, Hobbys, Freundschaften, Reisen und die Freude an alleine verbrachter Zeit sein.

In dieser Phase müssen Paare den Raum, die Distanz, gemeinsame Zeit und Zeit für sich selbst verhandeln. Mit einer starken Grundlage und der Bereitschaft zur Veränderung kann die Beziehung ein Gleichgewicht finden. Mit Engagement geht eine vollständige Akzeptanz der Schwächen, Grenzen und Eigenheiten des Partners einher. Eine Beziehung, die alle Herausforderungen gemeistert hat, fühlt sich liebevoll und mitfühlend an. 

Die Partner sind sich ihrer gegenseitigen Grenzen bewusst und ehren diese. Es gibt keinen Weg zurück zur Anfangszeit, genauso wenig wie ein Erwachsener in die Teenagerzeit zurückkehren kann. Paare entwickeln sich und ihre Beziehung weiter, und das kann unangenehm sein. Doch dieser Wandel ist ein natürlicher Teil der Reifung der Beziehung.

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