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Donna Summer: Die ewige Queen des Disco

Kein Disco-Musiker war so erfolgreich wie Donna Summer. Sie schlug sogar die Bee Gees. Die Geschichte einer Künstlerin, die in Deutschland oft unterschätzt wurde.

Donna Summer bei einem Auftritt dpa

Am Silvestertag des Jahres 1948 wird in Boston, US-Bundesstaat Massachusetts, LaDonna Adrian Gaines geboren.. Sie hat fünf Schwestern und einen Bruder. Insgesamt also sieben Kinder. Weil es solche Dinge wie Bürgergeld, Wohngeld oder Kindergeld damals in den USA nicht gab, schaffte ihr Vater Andrew das Geld mit drei Jobs heran (Fleischer, Tapezierer, Fernsehmechaniker) und die Mutter Ellen mit noch einem (Arbeiterin in einer Turnschuhfabrik).

Mit zehn Jahren beschließt LaDonna, Sängerin zu werden. Ihr Vorbild ist Gospel-Star Mahalia Jackson. Sie geht in den Kirchenchor, ein typischer Start für später erfolgreiche Sängerinnen. Dann kommt die Hippie-Ära und LaDonna suchte Anschluss im Musikgeschäft. In New York singt sie für die Besetzung des Musicals Hair vor. Die Produzenten engagieren sie, allerdings nicht für die US-Produktion, sondern für München. Da wird Hair im Oktober 1968 uraufgeführt - mit LaDonna Gaines in der Rolle der Stella. Ihren Künstlernamen hat sie da noch nicht.


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In Deutschland und Österreich erfindet sie Disco


Sie lebt dann fast zehn Jahre in Deutschland und Österreich. In Wien spielt sie in der Volksoper Porgy and Bess und Showboat. In München wird sie regelmäßig als Backgroundsängerin für Konzerte und Plattenaufnahmen gebucht. In Österreich lernt sie einen Herrn Sommer kennen und heiratet ihn (und lässt sich später von ihm scheiden). Herrn Sommers Name inspiriert sie, sich fortan Donna Summer zu nennen. In München bei den Plattenaufnahmen im Studio lernt sie einen weiteren Österreicher kennen: Giorgio Moroder, aufstrebender Musikproduzent. Der hat zusammen mit seinem Partner Pete Belotte sein eigenes Label gegründet. Und da dockt Donna Summer jetzt an.

Mit Moroder produziert sie ein paar Singles, sie sich mäßig und fast nur in Skandinavien verkaufen. In den USA wird keine einzige davon veröffentlicht.



Der womöglich erste Song, der über Diskotheken-Einsätze in die Charts kam


Dann kommt als Inspiration Je t'aime von Jane Birkin und Serge Gainsbourg aus Frankreich und Donna Summer schreibt einen Song, der genauso sexy klingen soll: Love To Love You Baby. Moroder und Belotte produzieren den Track. Den bieten sie der US-Firma Casablanca Records an. Deren Chef, Neil Bogart, kauft die Rechte. Auf einer seiner privaten Partys legte er den Song auf. Die Stimmung seiner Gäste sei sofort hochgegangen, meldet er an Moroder und verlangte eine auf 20 Minuten verlängerte Version. Moroder liefert 16 Minuten und 50 Sekunden. Bogart versorgte die DJs in New York mit der Langfassung. In den Diskotheken schlägt er ein wie eine Bombe.

Das Münchner Team legt sofort nach und stellte kurz nacheinander drei Alben zusammen. Alle holen Gold. Donna Summer schaffte endlich auch in ihrer Heimat den Durchbruch. Und Love To Love You Baby ist der womöglich erste Song überhaupt, der nicht über Radio oder Konzert populär wird, sondern durch den Einsatz in Diskotheken.

Nach der Zählung des Autors Joseph Murrells in Million Selling Records verkaufte Donna Summer 130 Millionen Tonträger. Damit ist sie wahrhaftig die Queen des Disco. So viel schafften nicht einmal die Bee Gees - sie kamen "nur" auf 120 Millionen.



Erfolg über die Disco hinaus


Donna Summer mag für Disco stehen, aber sie war auch in anderen Genres erfolgreich. Sie produzierte, schrieb und sang Rock-, R&B- und Gospel-Musik und gewann im Laufe ihrer Karriere fünf Grammy Awards in verschiedenen Kategorien.

Donna Summer starb am 17. Mai 2012 mit 63 Jahren in ihrem Heim in Naples, Florida, an Krebs. Da hatte sie längst ihren Stern als Star auf dem Hollywood-Boulevard, der von Fans nach der Todesnachricht mit Blumen und Kerzen geschmückt wurde.

Blumen, Kerzen und ein Bild auf dem Stern von Donna Summer auf dem Hollywood Boulevard EPA/PAUL BUCK/dpa

Ein Plattencover, Blumen und Kerzen nach Donna Summers Tod nach Bekanntgabe ihres Todes auf ihrem Stern am Hollywood Boulevard. Sie starb mit 63 Jahren an Krebs